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18/06/2013 / Nikola Richter

Nemanja Radulovic mit Over the Rainbow

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03/01/2013 / Nikola Richter

Maxim Vengerov lernt Jazz

Unterrichtssituationen. Maxim Vengerov, mein Lieblingsgeiger, einmal in London live gesehen, mit seinem sagenhaften Tempo, seinen immer klaren, aber so warmen Tönen, dieser sensiblen Interpretation hat in seinem freien Jahr 2006 Jazz bei Didier Lockwood in Paris gelernt. Das habe ich erst jetzt mitbekommen und hoffe sehr, dass er immer mal wieder mit Jazz auftritt. Dieses Jahr ist bisher erst ein Konzert für Deutschland angekündigt, in Baden-Baden, mit den Berliner Philharmonikern, und dem klassischen Repertoire, Brahms. Aber auch Debussy. Vielleicht spielt er ja eine jazzige Kadenz im Brahms-Violinkonzert?

Und hier spielt er. Aber vielleicht etwas zu viel Soloisten-Konkurrenz auf der Bühne?

19/01/2012 / Nikola Richter

Deutsche Jazzcharts 2011

Tja, die Village Voice hat mich bisher online nicht mit ihrer Critics’s Poll beglückt, aber da ich ein großer Fan von Listen bin, nehme ich nun einfach diese hier: die deutschen Jazzcharts 2011, aufgelistet bei Arte. Schön wäre, wenn man da auch was anhören könnte, aber verlinken macht ja meist so viel arebeit…. Die meisten Listenplätze kennen wir eh, die üblichen Softjazzverdächtigen, wie Till Brönner, Keith Jarrett oder der Smiley Roger Cicero. Schön ist natürlich, dass der Miles Davis-Klassiker Bitches Brew auftaucht, ich muss allerdings zugeben, dass der mir etwas zu langatmig ist. Und Geiger natürlich weit und breit abwesend. Im Gegensatz zu breiten Streicher-Arrangements. Die gehen natürlich immer, weil es so schön schnulzt. Etwa bei der Number One, Melody Gardot:

15/09/2011 / Nikola Richter

50 Alben von 2010

Ich warte gespannt auf den diesjährigen Jazz Critics’ Poll des Magazins Village Voice, bis dahin schauen wir auf den

von Zweitausendzehn.

Wäre vermessen, wenn ich behaupten würde, dass ich alle Alben oder Künstler kenne. Brad Mehldau sagt mir was und Regina Carter, die ich hier kurz vorgestellt habe, Dave Holland oder auch Keith Jarrett sind klingelnde Namen, ebenso Tomasz Stanko. Mir fällt natürlich die schöne Fast-Abwesenheit der Jazzgeige auf. Wir brauchen Jazzgeigen-Charts! Ich bitte um Vorschläge. Meiner (auch von 2010): Tobias Preisig “Flowing Mood” (Obliqsound).

14/09/2011 / Nikola Richter

Adam Baldych beim Jazzfest Berlin

Noch ein junger Jazzgeiger, aber diesmal ein polnischer, Jahrgang 1986, auch in New York lebend, wie Scott Tixier. Sicher kennen sich die beiden. Adam Baldych, dessen Spitzname auch “Evil” ist, spielt am 3. Oktober 2011 um 22.30 Uhr im Quasimodo mit seinem Quintet feat. Dana Hawkins, im Rahmen des des diesjährigen Jazzfest Berlin. Hier ein Link zu seiner Webseite, die leider nicht mit dem aktuellsten Firefox zu öffnen ist. Habe mich durch seine Youtubevideos geklickt und kann nur rufen: Stop the return of the electrical violin! Aber gut, jedem das seine.

Am schrägsten ist dieses Übevideo von Adam Baldych, jajaja, ja-ja-ja-, sagt die Geige mit ganz verzärrtär Stimmä.

14/09/2011 / Nikola Richter

Scott Tixier

String Theory Recording heißt das letzte Albumprojekt des sehr jungen französischen Jazzgeigers Scott Tixier, der 1986 in Montreuil geboren wurde und derzeit an der Brooklyn Music School in New York unterrichtet. Auf seiner Webseite läuft eine Playlist, die einen guten und recht umfassenden Eindruck in seine Arbeit gibt. Er spielt schnell, wenig melodiös, eher freie Skalen, Triller, in einer gleichbleibenden Lautstärke, sehr virtuos. Mein Fall ist es weniger, mir fehlt da ein wenig der Zusammenhalt der Improvisation. Kann aber auch sein, dass mein Jazz-Ohr noch nicht so weit ist. In dem Video, einem Mitschnitt aus Nimes von 2007, bei dem ihm sein Bruder Tony begleitet, gibt er richtig Tempo, sein Bogen verliert Haare, die Band wippt und wippt, damit sie den Grundbeat nicht verliert. (Mich erinnert solch eine Spieltechnik, die keine Angst vor dem Haarausfall hat, immer an Gidon Kremer, den ich einmal im Maison de Radio France in Paris ein sehr modernes Stück auf seiner Geige bearbeiten sah, ich dachte, er will sein Instrument zersägen. Am Ende war sein Bogen sehr dünn behaart. Dass er auch ganz anders kann, sieht man hier:

16/08/2011 / Nikola Richter

Eight String Tschaba

Ich hab mal wieder beim Herumsurfen nach einem Standard, den ich jetzt spielen will (“My Little Suede Shoes”) einen Jazzgeiger entdeckt, einen Ungarn, Deseő Csaba, oben zu sehen in einem hübschen Schwarz-Weiß-Mitschnitt des Klassikers “Keep cool” und danach noch einer, “Honeysuckle Rose”. Mir gefiel sein federleichter, schwingender Strich auf Anhieb. Wie wenn der Bogen ganz locker gespannt wäre und ohne Druck über die Saiten streichelt. Sehr weich, sehr tänzerisch-schwebend und doch sehr präzise. Und dazu sieht er immer aus wie ein Gentleman, der dich an der Bar zu einem lässigen Drink einlädt, einfach so, um ein Lächeln zu bekommen, weil das neben seinem weißen Sakko und seinen vollen schlohweißen Haaren einfach nicht fehlen darf.

Er wurde 1939 in Budapest geboren, Kind einer Geigenlehrerin und erstmal klassischer Musiker im Ungarischen Nationalorchester (bei Jazzgeigern fast schon Standard). Seine Karriere begann 1966 im legendären Budapester Jazzclub “Dalia” (Wikipedia), er spielte in Ungarn, Jugoslawien, Tschechoslowakei, Polen und Deutschland. Bisher hat er zehn Alben veröffentlicht, sein erstes “Four String Tschaba”, natürlich eine Anspielung auf den ersten Jazzgeiger “Four String Joe” Venuti, erschien 1975 in Deutschland, darauf spielte er Geige und Bratsche – also eigentlich müsste er sich “Eight String Tschaba” nennen.

Und zum Schluss in guter verzerrter Seventies-Tradition (siehe Jean-Luc Ponty) die kitschige, mit Synthesizerhintergrund eingeschmierte Version von “Sunny”. Eher schlimm, oder?